Der Länderfinanzausgleich ist nicht dazu da, die Politik nach dem Willen der Reichen unter den Ländern zu vereinheitlichen. Dann hätte das rote Nordrhein-Westfalen fast 40 Jahre lang bestimmen können, was das schwarze Bayern tut - so lange bekam Bayern selbst Geld.
Jetzt wehren sich Länder wie das Saarland und Mecklenburg-Vorpommern. Und Seehofer tut seinen Vorstoß umgehend als Missverständnis ab. Selten hat ein Landeschef das Missverständnis so sehr zur politischen Kunstform erhoben wie Seehofer.
Man kann die Missverständnisse, die der CSU-Chef in seiner erst einjährigen Amtszeit provoziert hat, schon bald nicht mehr zählen. Aber das liegt vermutlich an den ziselierten Gedankengängen Seehofers, denen andere eben nur schwer folgen können. [eigene Hervorhebung]
Wer beginnt Wirtschaftswissenschaften zu studieren, dem wird relativ schnell der Tipp gegeben, doch ab jetzt Wirtschaftszeitungen oder zumindest die Wirtschaftsteile der Tageszeitungen zu lesen. Viele landen dann bei Financial Times und Wirtschaftswoche und tauchen ein in die Welt der Bilanzkennzahlen und Akquirierungsstrategien großer Konzerne. Mich hat das irgendwie nicht so richtig interessiert. Zahlen, schön und gut. Aber ist der Zweck eines Unternehmens wirklich, diese Zahlen möglichst groß (wenn es eine "gute" Zahl ist) bzw. möglichst klein (wenn es eine "böse" Zahl ist) werden zu lassen? Eigentlich ist der Sinn und Zweck eines Unternehmens in einer Gesellschaft doch eher folgender: Es gibt Menschen, diese haben materielle und immaterielle Bedürfnisse, und diese müssen bestmöglich befriedigt werden. Als Unternehmer muss man daher a.) diese Bedürfnisse herausfinden, b.) Produkte finden, die diese befriedigen können und c.) eine Strategie planen, um Menschen und Produkte zusammenkommen zu lassen.
Irgendwann bin ich dann auf brand eins gestoßen. Ein Magazin, das sich zwar auch Wirtschaftsmagazin bezeichnet, aber doch so anders ist. Mit Texten, die genau das in den Vordergrund stellen, was ich gerade beschrieben habe: Unternehmer, die Produkte erfinden, die den Bedürfnissen der Menschen entsprechen. Mit Texten, die hinausgehen über diese Fixiertheit auf Quartalsberichte, sondern oftmals über den Tellerrand der der Tagesaktualität hinausschauen und beispielsweise in einer längeren Serie Verfechter und Gegner eines bedingungslosen Grundeinkommens porträtieren.
Man trifft in einem Wirtschaftsstudium bisweilen auch auf diese Menschen, die ein Leben für den Lebenslauf leben, für die ihr Studium nur Mittel zum Zweck ist und nur eine kurze Zwischenstation auf dem Weg nach oben darstellt. Von denen man Sätze hört wie "Nach meinem Studium gehe ich erstmal 2 Jahre zu einem Beratungsunternehmen. Nicht weil ich das so toll finde was dort gemacht wird. Weil es sich gut macht im CV!" Diese Leute gefallen mir nicht, ihre Eindimensionalität im Denken langweilt mich.
An dieser Stelle treffen nun brand eins und Unternehmensberater zusammen. Da liest man in einem Text vom Thomas Ramge nun folgende Sätze:
Es gibt wohl kaum einen Beruf, der so klischeebehaftet ist wie der des Unternehmensberaters: Der kommt jung, gescheit, hoch motiviert, aber leider charakterlich noch wenig gefestigt (Fachbegriff "insecure overachiever") frisch von der Elite-Universität in ein Unternehmen. Er rechnet dem Manager, der ihn rief, vor, wo er wie viel Kosten spart, wenn er dort soundso viele Leute rausschmeißt. Der Berater ist innerlich der festen Überzeugung, dass er selbst eigentlich der bessere Unternehmer ist. Da er aber keine Verantwortung übernehmen will, streicht er sein sattes Honorar ein und zieht weiter zum nächsten Kunden.
Man freut sich erstmal, weil sich das eigene Bild bestätigen. Aber die weitere Lektüre des Textes lehrt, dass Vorurteile zwar simplifizierend sind, aber oftmals doch etwas zu undifferenziert sind. Und man den Dingen auf den Grund gehen sollte, bevor man sie entweder endgültig ablehnt oder vielleicht doch nochmal in einem anderen Licht sieht.
Und genau das tut brand eins, in jedem neuen Heft.
So einen Satz hört man gerne mal, wenn man offenbart, gerne in Museen zu gehen. Und sich dort vor allem Kunst jüngerer Dekaden anschaut. Aber ist das überhaupt eine valide Begründung? Mit anderen Worten, erhebt Kunst denn immer den Anspruch, verstanden zu werden, also irgendwie eine tieferliegende Aussage zu besitzen? Mit anderen Worten: Ist Kunst denn etwas, bei dem vor allem beim Künstler etwas passiert, wenn er versucht, seine Gedanken in ein Kunstwerk zu gießen und damit eine Aussage abzubilden? Also etwas sehr einseitiges, unter Ignorierung des Gegenübers?
Ich glaube das nicht. Bei Kunst passiert auf beiden Seiten etwas, zuerst beim Erschaffer, dann beim Rezipienten. Und nun kommt das Entscheidende: Jeder Rezipient darf etwas völlig anderes darunter "verstehen". Deswegen in Anführungszeichen, weil er zwar auch nach einer tieferen Aussage suchen kann und darf, es aber auch vollkommen ausreicht, wenn er sich beispielsweise nur an Farben oder Formen delektiert. Wagen wir einen Versuch:
Ein rational herangehender Betrachter könnte nun versucht sein, eine Botschaft hinter der Zurschaustellung von den drei mal drei Streifen bei gleichzeitiger Verniedlichung durch die Darstellung in Comic-Form zu suchen. Ein anderer Betrachter könnte sich einfach nur an der Ästhetik des Bildes erfreuen, also eine rein emotionale Herangehensweise wählen. Was ist nun richtig? Beides! Kunst erlaubt dies, dass jedes Individuum etwas anderes mit ihr anstellt.
Machen wir noch einen Versuch:
Man könnte nun begeistert sein ob der Harmonie der verwandten Farben. Ohne weitere Hintergedanken. Vielleicht könnte man auch noch das logische Muster der Anordnung der gleichseitigen Rechtecke bemerken und sich über die Ordnung im Bild freuen. Vielleicht auch noch die - durch die Verwendung von Schatten - Wanderung vom Zweidimensionalen ins Dreidimensionale. Oder man schreibt gleich einen so wundervollen Text über die tatsächlich vom Künstler und die vom Autor vermutete Intention wie diesen im aktuellen Zeit-Magazin (der wohlgemerkt von einem völlig anderen Künstler handelt, aber die Inspiration zu diesem Text lieferte).
Was ist nun meine Herangehensweise an Kunst? Vor allem eine emotionale. Ich achte vor allem auf Farben und auf überraschende Details, wie z.B. bei diesem Bild:
Von weitem nicht erkennbar, sind die Konturen des Bildes Ansammlungen von lauter kleinen Ziffern. Etwas, was man nur erkennt, wenn man sich Zeit nimmt, ein Bild länger zu betrachten. Ich bewundere die Kreativität von Menschen, so etwas zuerst in ihrem Kopf und dann real zu erschaffen. Steckt eine Aussage dahinter? Keine Ahnung, darüber mache ich mir keine Gedanken. Es gefällt mir, das ist für mich das Wichtige.
Ein weiteres Beispiel ist dieses Bild, das von weitem so aussieht:
Geht man nun ganz nahe hin, erkennt man die Struktur, die diesem Bild zugrundeliegt:
Mehrere Farbschichten übereinander also. Die dazu führen, dass das Bild sowohl von weitem als auch von nahem beeindruckend ist, auf verschiedene Arten. Mich allein begeistert bereits die farbliche Komposition, ohne dass ich mir noch Gedanken machen müsste über den Sinn dieser Art von Kunst (wer es wissen will: der Künstler malt Fotografien von Naturkatastrophen und -schauspielen und Kriegsszenen ab, welche dadurch noch faszinierender, erschütternder und einzigartiger werden. Meiner Meinung nach).
Zurück zum Titel dieses Textes. (Moderne) Kunst muss man nicht verstehen wollen. Man darf sich auch nicht an eventuellen Absurditäten stören, die sie für uns bereithält. Zum Beispiel bei diesem Exponat:
Ich habe keine Ahnung, ob da eine Botschaft dahintersteckt. Ich habe auch gar nicht den Versuch gestartet, das rational zu ergründen. Aber es hat mich überrascht, und das gefällt mir.
Insgesamt: Für Kunst muss man sich Zeit nehmen und sich auf sie einlassen. Ihre Ästhetik und Schönheit, oder aber auch ihre Absurdität und vordergründige Sinnlosigkeit zulassen und akzeptieren. Alles weitere, nämlich die innere Beschäftigung mit ihr, kommt dann von ganz allein.
Um mich nicht dem Vorwurf aussetzen zu müssen, ich würde immer nur anprangern und kritisieren, ohne konstruktive Beiträge zu liefern, möchte ich nun doch noch einige Worte zu den aktuellen Universitätsbesetzungen verlieren.
Was mich an den besetzenden Studenten (und ich denke ich mache keinen größeren Fehler, diese vor allem dem wie auch immer gearteten linken Lager zuzurechnen) stört: Sie maßen sich an, für alle Studenten zu sprechen, ohne sich dafür jemals eine Legitimation geholt zu haben. Sie nennen als ihr Hauptmotiv "die Solidarität mit den Besetzern in Wien", was für mich in keinster Weise solcherlei Aktionen rechtfertigt. Sie sind so auf ihr Konzept Basisdemokratie à la "Wir stimmen über alles, auch über unsere Pizza-Bestellungen, ab!" fixiert, dass sie in ihren einschlägigen Blogs und Foren vor deren "Missbrauch" (wie sie es nennen), nämlich einer Mehrheitsentscheidung anwesender Studenten gegen ihre Aktionen warnen. Sie setzen körperliche Gewalt und Schmähungen gegen Dozenten und andersdenkende Studenten ein.
So ein Verhalten trägt autokratische Züge, ohne Respekt vor denjenigen Studenten, die anderer Meinung sind, die sicherlich auch für eine Verbesserung der Situation an deutschen Hochschulen sind, aber die Wahl der Mittel ablehnen und denen evtl. auch dieses Pseudo-68er-Gehabe ziemlich auf die Nerven geht.
Was mich an dem wie immer dagegen opponierenden RCDS stört: Sie propagieren auf ihrer Website, dass doch durch den neuen Koalitionsvertrag alles nur noch halb so schlimm ist, weil ja in Zukunft auch die Pensionen der emeritierten Professoren zum Bildungsetat gezählt werden und der dadurch total viel steigt (das steht da jetzt nicht so wortwörtlich, ich gebe es zu....). Sie definieren sich eigentlich nur als Kontra-Veranstaltung gegen die bösen Linken, ohne auch nur ein inhaltliches Argument anzubringen (und nein, "Hörsäle besetzen ist verboten!" ist für mich kein Argument. Das ist allen klar, aber das ist ja auch das Kalkül dabei!). Sie diskutieren in ihren Blogs und Foren, ob man nicht einfach mal diese Linken aus den Hörsälen prügeln sollte. Sie zeigen einen völligen Realitätsverlust und disqualifizieren sich völlig als Vertretungsorgan von Studierenden durch ihre Meinung, dass "diese 400 oder 500€... wieviel waren diese Studiengebühren nochmal?" (so sinngemäß von einem RCDS-Vertreter auf einer Podiumsdiskussion geäußert) ja wirklich von jedem zu tragen wären und man halt notfalls einen Kredit aufnehmen solle.
Meine Meinung ist: Studiengebühren sind abzuschaffen, zumindest in ihrer jetzigen Form. Eine nachgelagerte Mitfinanzierung, d.h. dass Studenten später eine einkommensabhängige Abgabe zahlen, befürworte ich, weil ich trotz allem der Meinung bin, dass gerade Hochschulbildung sich vor allem für den Einzelnen auszahlt, weniger für die Gesellschaft insgesamt. Deswegen sollte er sich daran auch finanziell beteiligen. Aber nicht während des Studiums, weil es da eher hemmend wirkt, überhaupt ein Studium aufzunehmen und dadurch die sozialen Gegensätze noch verschärft, sondern danach, wenn das Individuum den finanziellen Ertrag seines Studiums auch hat. Trotz allem darf aber die finanzielle Beteiligung des Staates und damit der gesamten Gesellschaft nicht durch eine private Finanzierung ersetzt werden, sondern vielmehr dürfen Mittel aus Studiengebühren nur zusätzlich zur Verfügung stehen. Eine (versteckte oder offene) Kürzung des Bildungsetats ist eine Schande, weil es die Zukunftschancen der jungen Generation beschneidet.
Aber: Diese (oder andere) Konzepte liegen schon seit langem vor! Die Besetzer kritisieren, dass diese nicht umgesetzt wurden. Ja aber warum denn nicht? Weil die Stellen, die dafür zuständig sind, es nicht getan haben. Und wer ist das? In erster Linie die Länderparlamente. Und wer wählt die? Das Volk. Und warum haben sie sie nicht umgesetzt oder sogar im Gegenteil bspw. Studiengebühren eingeführt? Weil sie damit wohl dem Mehrheitswillen der Bevölkerung entsprochen haben (Um Gegenargumenten entgegenzuwirken: Aktuell wurden bisher in einem Bundesland (Hessen) nach einer Wahl die Studiengebühren wieder abgeschafft, im Saarland wird es wohl demnächst auch der Fall sein. In allen anderen (unionsgeführten) Ländern gibt es sich auch weiterhin, auch noch nach neuerlichen Wahlen). Die größere Mehrheit der Bevölkerungen in den Ländern sehen daher Studiengebühren oder die momentane finanzielle Ausstattung der Hochschulen wohl als entweder ok oder nicht so wichtig an, als dass man seine Wahlentscheidung anders treffen solle.
Was will ich damit sagen? Wenn es den demonstrierenden Studenten ernst ist mit ihren Anliegen, dann sollen sie den eigentlich dafür vorgesehenen Weg in unserer Demokratie gehen. Sie sollten in den Parteien und bei der Bevölkerung direkt für Zustimmung zu ihrer Meinung, ihren Konzepten und ihren Plänen werben und aufzeigen, wer für die Mehrbelastung aufkommen solle. Das ist mühsam, sicherlich. Mühsamer auf jeden Fall, als in einem besetzten Hörsaal mal schnell ein basisdemokratisches Paradies einzurichten und dort über Solidarität mit Wien zu "debattieren". Aber was würde passieren, wenn in Zukunft jede Interessensgruppe, die sich ungerecht behandelt fühlt, Teile des öffentlichen Lebens lahmlegt? Eben.
Ein letzter Gedanke: Körperliche Gewalt oder Ignoranz gegenüber denjenigen Studenten, die diesen Form des Protests ablehnen, zeugen meiner Meinung nach entweder von fehlenden Argumenten und/oder mangelnder Intellektualität, diese zu vermitteln. Wer stolz darauf ist, damit in den Fernsehnachrichten gekommen zu sein, dem ist auch nicht mehr zu helfen.
... wollte mich an dieser Stelle über die scheinheilig-rituellen Grabenkämpfe zwischen den – entgegen des großen Mehrheitswillens der sonstigen Studenten – hörsaalbesetzenden und vorlesungsverhindernden Gesinnungsoppositionellen von den Juso-Hochschulgruppen und dem vor jeglichen Obrigkeiten – insbesondere denen in den Parteien mit dem C im Namen, bei denen sie in spätestens 5 Jahren als "aufstrebende Polit-Nachwuchshoffnung" ihre frisch gegelten Haare in die Kamera halten wollen/dürfen – kuschenden Segelschuhen-Barbourjacken-RCDS-Mob im Rahmen des aktuellen Demonstrationsevents "Hurra hurra, die Uni brennt!" unter völliger Ignorierung realistischer Verbesserungsvorschläge für die tatsächlich prekäre und beschämende finanzielle Situation deutscher Hochschulen auslassen. Aber das lasse ich lieber, sonst werde ich noch aggressiv.
Diese Art von enthemmtem Journalismus legitimiert sich gern selbst durch die vermeintliche Pflicht, informieren zu müssen. Doch wie kann diese Information an einem solchen Abend aussehen? Archive werden durchwühlt, Formkrisen und Schicksalsschläge des Robert Enke bilden Resonanzräume, in die man gierig hinein lauscht. Gerüchte werden zu Fakten, Hypothesen zu Erklärungen. Aus der scherenschnittartigen Charakteristik der öffentlichen Person, die Robert Enke war, werden Diagnosen für eine private Person konstruiert, von der niemand, der sich daran beteiligt, behaupten kann, dass er sie kannte.
Mutmaßungen sind hier nichts als Anmaßungen. Niemand weiß, was in Robert Enke vorging.
Und noch einmal: Wer will es wissen? Und wen geht es an?
Letztes Wochenende hatte ich mir noch meine eigenen Gedanken gemacht, gestern nun las ich auf Spiegel Online einen Artikel über die Gentrifizierung Hamburgs. Darin wird beschrieben, dass sich immer mehr Kreative aus Hamburg gegen die Standortpolitik (man könnte auch sagen Stadtplanung) der Hansestadt wenden und sich dagegen verwehren, für das Stadtmarketing instrumentalisiert zu werden.
In der aktuellen Zeit nun ist ein Aufruf "Not In Our Name, Marke Hamburg!" abgedruckt, in der eine große Zahl an Menschen, darunter auch viele bekannte Hamburger Künstler, gegen die Entwicklung der Stadt protestieren und die künstliche Stilisierung Hamburgs als "ein widerspruchsfreies, sozial befriedetes Fantasialand mit Elbphilharmonie und Table-Dance, Blankenese und Schanze, Agenturleben und Künstlerszene" anprangern. Der Aufruf ist hier wortgleich zu lesen: http://www.buback.de/nionSicherlich ist es notwendig, dass Städte bzw. urbane Oberzentren ihr eigenes Profil haben bzw. entwickeln. Gefährlich wird es dann, wenn dies gegen die eigenen Bürger (oder zumindest einen großen Teil) geschieht und den Menschen nur eine spezifische Rolle zugewiesen wird, in der sie zu funktionieren haben, ohne sie wirklich an den Entscheidungen über das Bild der Stadt zu beteiligen. Mir scheint es, dass auf Hamburg hier zukünftig noch einige Diskussionen und Auseinandersetzungen zukommen werden.
Es dürfte ca. 2002 gewesen sein. Ich war damals manchmal auf jetzt.de unterwegs (ja, das gabs damals schon!) und insbesondere auf der Suche nach neuer Musik. In irgendeinem Massenthread "Was ist eure Musik für den Herbst?" las ich "Kettcar - Im Taxi weinen". Durch den originellen Namen, der mich eher an eine weitere Spaßband à la Sportfreunde Stiller denken ließ, neugierig gemacht, besorgte ich mir über die damals üblichen Wege (öhöm...) den Song. Und es war: die Offenbarung! Die Stimme von Marcus Wiebusch, die melancholisch-wunderschöne Melodie, "das Gegenteil von gut ist gut gemeint".
Für mich war Kettcar ab diesem Moment wohl das, was für die vorherige Generation Tocotronic war. "Der Tag an dem wir uns 'We gonna live forever' auf die Oberschenkel tätowierten" - ein kryptischer Satz, nein, ganz viele kryptische Sätze, aber irgendwie wusste ich was da gesagt werden soll. "Ein befindlichkeitsfixierter Aufstand" - ja genau!
Viele Kettcar-CDs und -Konzerte später bin ich immer noch so ein Fanboy wie am ersten Tag. Und jeder, der auch nur einmal "Balu" als akustischen Schluss- und Höhepunkt eines Kettcar-Konzerts live miterlebt hat, wird sich - genauso wie ich mich - wahnsinnig freuen, dass morgen endlich die Akustik-DVD veröffentlicht wird!
Häufige Falschschreibungen [von "alea iacta est", Anm. von mir] sind:
„Aleum iactum est“ (unter der falschen Annahme, dass Alea der Plural von Aleum sei. Dabei ist die Endung „-a“ lediglich Indiz dafür, dass es sich um ein feminines Substantiv handelt.)
„Alea iacta sunt“ (wie oben, aber im Plural)
Syntaktisch richtig wäre als Plural die Schreibweise „Aleae iactae sunt“. Diese wird aber nicht verwendet, da schon mit alea mehrere Würfel gemeint sein können (alea lässt sich auch mit „Würfelspiel“ übersetzen). Aleae hingegen bezeichnet mehrere Würfelspiele. Tatsächlich ist alea also ein Wort, das sowohl den Singular als auch den Plural darstellen kann. In jedem Fall steht das dazugehörige Verb jedoch im Singular. Demzufolge ist die Übersetzung „die Würfel sind gefallen“ dennoch zulässig und nicht falsch.
Typen wie Westerwelle haben früher dem Lehrer zum Geburtstag einen Kuchen gebacken und dem Kieferorthopäden immer schöne Grüße an die Frau aufgetragen.
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